Die Exponate kommen direkt aus der Wissenschaft. Forschende haben sie entwickelt, um euch Einblicke in ihre Arbeit zu geben. Einige von ihnen könnt ihr bei „Meet the Scientists“ kennenlernen. Kommt an Bord, trefft Forschende an ihrem Exponat und erfahrt aus erster Hand mehr über die Hintergründe, Herausforderungen und Ziele ihrer Forschung.
Die Veranstaltung ist kostenlos und es ist keine Anmeldung nötig.
Dieses Mal sind Forschende von folgenden Exponaten mit dabei:
Dr. Tim Waterboer ist Virologe und Epidemiologe und Leiter der Abteilung für Infektionen und Krebs-Epidemiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Er erforscht Biomarker für die Früherkennung von Infektions-assoziierten Krebserkrankungen, insbesondere für Humane Papillomviren (HPV) und Tumoren des Mundrachenraums, die sogenannten Oropharynxkarzinome.
HPV ist bekannt dafür, Gebärmutterhalskrebs bei Frauen auszulösen. Weniger bekannt ist, dass Oropharynxkarzinome vor allem bei Männern in vielen Ländern inzwischen die häufigste HPV-getriebene Krebserkrankung sind, und dass es für diese Tumore kein etabliertes Screeningverfahren gibt.
Prof. Dr. Aránzazu del Campo ist Chemikerin, Professorin für Materialsynthese und Werkstoffentwicklung an der Universität des Saarlandes sowie wissenschaftliche Direktorin des INM – Leibniz- Instituts für Neue Materialien. Ihre Forschungsgruppe „Dynamische Biomaterialien“ am INM untersucht, wie synthetische Materialien mit lebenden Zellen interagieren und ihre Funktion steuern können. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung innovativer lebender therapeutischer Materialien für die gezielte Abgabe von Medikamenten am Auge.
Dr. Shrikrishnan Sankaran ist chemischer Biologe und leitet die Forschungsgruppe „Bioprogrammierbare Materialien“ am INM in Saarbrücken. Mithilfe von Werkzeugen der synthetischen Biologie werden Mikroorganismen so angepasst, dass sie definierte Funktionen übernehmen. So entstehen Biosensoren oder Biofabriken, die gezielt auf Reize reagieren und über längere Zeit Wirkstoffe freisetzen können. Diese maßgeschneiderten Organismen sind funktionelle Bausteine in lebenden therapeutischen Materialien.
Dr. Hannah Jahn-Kelleter ist Neurobiotechnologin und Koordinatorin des DFG-Schwerpunktprogramms „Lebende Materialien mit adaptiven Funktionen“ sowie des Leibniz-WissenschaftsCampus „Living Therapeutic Materials“. Dabei begleitet sie die Entwicklung neuer Ideen und Technologien, die Biologie, Materialwissenschaft und Medizin miteinander verbinden. Das Exponat „Lebende therapeutische Materialien für die Gesundheit“ entwickelte sie gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft sowie der Entwicklung interaktiver Software. Es zeigt das Potenzial lebender Materialien für zukünftige Therapien, u. a. anhand eines Videospiels zur Entwicklung der Kontaktlinse bis hin zur „lebenden“ Variante.
Dr. Paria Samimisabet ist Elektroingenieurin und Kognitionswissenschaftlerin und arbeitet als Postdoktorandin und Data Engineer an der Hochschule Osnabrück im Forschungsprojekt PA.H|Lifetime.ai. Dort verantwortet sie das Management und die Aufbereitung von Forschungsdaten und trägt dazu bei, dass Gesundheitsdaten von Musiker*innen mithilfe Künstlicher Intelligenz sicher, strukturiert und für die wissenschaftliche Nutzung zugänglich gemacht werden.
Musiker*innen leisten Höchstleistungen, sind jedoch häufig von gesundheitlichen Beschwerden betroffen. Im Projekt PA.H|Lifetime.ai werden mithilfe Künstlicher Intelligenz Gesundheitsdaten analysiert, um Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und individuelle Präventions- und Behandlungsansätze zu entwickeln. Ziel ist es, langfristig die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Künstler*innen zu sichern.
Dr. Marcel Wilhelm ist Klinischer Psychologe an der Universität Marburg. Er erforscht, wie Erwartungen unsere Gesundheit beeinflussen. Ein Schwerpunkt liegt auf Nocebo-Effekten, also dem Phänomen, das negative Erwartungen dazu führen können, dass Menschen mehr Nebenwirkungen wahrnehmen, etwa bei Impfungen oder Medikamenten. Im Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ geht er in Kooperation mit KollegInnen aus Hamburg und Essen auch der Frage nach, wie positive Erwartungen medizinische und psychotherapeutische Behandlungen besser machen können.