Meet the Scientists - Triff die Forschenden hinter den Exponaten

Die Exponate kommen direkt aus der Wissenschaft. Forschende haben sie entwickelt, um euch Einblicke in ihre Arbeit zu geben. Einige von ihnen könnt ihr bei „Meet the Scientists“ kennenlernen. Kommt an Bord, trefft Forschende an ihrem Exponat und erfahrt aus erster Hand mehr über die Hintergründe, Herausforderungen und Ziele ihrer Forschung.

Die Veranstaltung ist kostenlos und es ist keine Anmeldung nötig.

Dieses Mal sind Forschende von folgenden Exponaten mit dabei:

Exponat 10 - Die Zukunftsmusik der Medizin

Ansgar Büschges

Prof. Dr. Ansgar Büschges ist seit 1998 Professor für Tierphysiologie und Neurobiologie an der Universität zu Köln. Er erforscht die neuronalen und biomechanischen Grundlagen der Bewegungen von Tieren mit besonderem Fokus auf dem Laufverhalten von Insekten. Seine Forschungsschwerpunkte liegen dabei zum einen auf der Entschlüsselung der Arbeitsweise der neuronalen Netzwerke im Zentralnervensystem, die die koordinierte Aktivität der mehr als ein Duzend Beinmuskeln und ihrer weit mehr als 100 motorischen Neurone für die Bewegungen der Beine in der Erfüllung derer unterschiedlichen Aufgaben erzeugen. Ein weiteres Ziel seiner Arbeit ist die Entschlüsselung des Beitrags sensorischer Rückkopplungen von den Extremitäten für die Erzeugung flexiblen Laufverhaltens. Die Ergebnisse seiner Forschungen dienen seit mehr als zwei Jahrzehnten Ingenieuren als Grundlage für die Entwicklung von elektronischen Schaltkreisen oder Softwareprogrammen zur Kontrolle von Laufmaschinen und Robotern.

Prof. Dr. Olivia Masseck arbeitet und forscht als Neurowissenschaftlerin an der Universität zu Köln. Sie untersucht, wie die Kommunikation zwischen Nervenzellen unser Verhalten, unsere Entscheidungen und unsere Emotionen beeinflusst – und wie Stress diese Prozesse verändert.

Im Zentrum ihrer Arbeit stehen sogenannte neuromodulatorische Netzwerke – also Botenstoffe im Gehirn wie zum Beispiel Serotonin, die steuern, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren. In ihrem Labor entwickelt sie neue Methoden, um sichtbar zu machen, wie neuronale Schaltkreise zusammenarbeiten. Dafür kombiniert sie moderne Ansätze wie Optogenetik, Elektrophysiologie, Bildgebung und Verhaltensanalysen, um zu verstehen, wie diese Botenstoffe komplexe Prozesse wie Lernen und Entscheidungsfindung beeinflussen.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf psychischen Erkrankungen, insbesondere Depressionen. Sie untersucht, wie Veränderungen im Gehirn zu solchen Erkrankungen beitragen und wie sich daraus neue Therapieansätze ableiten lassen.

Olivia Masseck
Stephan Spangenberg

Prof. Dr. Daniel Wehner ist seit 2025 Professor für Regenerationsbiologie an der Universität zu Köln, und erforscht die erstaunliche Fähigkeit des Zebrabärblings (auch Zebrafisch genannt), nach Rückenmarksverletzungen Nervenbahnen zu regenerieren und die Bewegungsfunktion wiederherzustellen. Beim Menschen führen Rückenmarksverletzungen hingegen zu dauerhaften sensomotorischen und autonomen Dysfunktionen wie Lähmungen, da durchtrennte Nervenfasern (Axone) nicht nachwachsen. Trotz jahrzehntelanger Forschung existiert keine wirksame Therapie, die die Regeneration von Axonen im zentralen Nervensystem ausreichend fördern kann. Das Ziel von Wehners Forschung ist es deshalb, die Mechanismen der natürlichen Rückenmarksregeneration bei Zebrabärblingen zu entschlüsseln und dieses Wissen für die Entwicklung therapeutischer Ansätze zur Förderung der Regeneration beim Menschen zu nutzen.

Dirk Isbrandt wurde 2013 gemeinsam von der Universität zu Köln und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen Bonn (kurz DZNE) zum W3-Professor berufen und leitet seit 2015 das Institut für Molekulare und Verhaltenswissenschaften an der Universität zu Köln.

Sein Team und er untersuchen die Ursachen und Mechanismen von neurologischen Erkrankungen wie z.B. der Epilepsie, bei denen es zu Veränderungen der elektrischen Aktivität im Gehirn kommt, die mit Gedächtnisbeeinträchtigungen, Verhaltensveränderungen oder Bewegungsstörungen einhergehen können. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf einem krankheitsorientierten Ansatz. Ausgehend von Erkrankungen beim Menschen erforscht sein Team die Krankheitsmechanismen im Modellorganismus und sucht nach therapeutischen Maßnahmen. Wenn diese im Tiermodell erfolgreich sind, streben sie eine schnelle Überführung der Ergebnisse in die klinische Forschung an.

Die Forschung im Mausmodell ermöglicht es, Krankheiten und mögliche Behandlungen unter Bedingungen zu untersuchen, die dem menschlichen Körper sehr ähnlich sind, und ist deshalb ein wichtiger Zwischenschritt, bevor neue Therapien am Menschen getestet werden. Diese Forschung ersetzt also weder die klinische Prüfung am Menschen noch die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden. Sie ist vielmehr eine bisher unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung neuer, sicherer Therapien.

Dr. Laura Berg ist Neurowissenschaftlerin und hat während ihrer Promotion mit Hilfe von Mäusen an der Entstehung von Angststörungen im Frontallappen des Gehirns geforscht. Seit 5 Jahren arbeitet sie nun als wissenschaftliche Referentin bei der Informationsinitiative Tierversuche verstehen. Dort informiert sie über alles rund ums Thema Tierversuch und beantwortet Fragen wie: Warum werden Tierversuche heute noch durchgeführt, welche Tiere werden eingesetzt und wann ist ein Tierversuch überhaupt erlaubt? Tierversuche verstehen ist der Aussteller des Exponats „Pflaster aufs Herz? – Von der Idee zu Therapie“.

Exponat 15 - Die Kraft der Erwartung

Prof. Dr. Ulrike Bingel ist Neurologin und Leiterin der Schmerzambulanz an der Universitätsmedizin in Essen und forscht als Sprecherin des Sonderforschungsbereichs „Treatment Expectation“ über Erwartungseffekte und den Einfluss auf medizinische Behandlungen. Wie können Behandelnde und Patient*innen negative Nocebo-Effekte vermeiden und Placebo-Effekte fördern? Das Ziel ihrer Forschung ist: Die gute Medizin noch etwas besser zu machen, wenn wir alle die unterstützenden Erwartungseffekte für die Genesung nutzen.

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Dr. Helena Hartmann ist Psychologin, Neurowissenschaftlerin und Wissenschaftskommunikatorin. Im Team von Prof. Ulrike Bingel am Universitätsklinikum Essen und im Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ widmet sie sich unter anderem der Übersetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in den Alltag: Wie kann man wissenschaftliche Erkenntnisse über Placebo- und Nocebo-Effekte sowohl in den medizinischen Fachbereichen und auch in der Öffentlichkeit verständlich und nachhaltig vermitteln? Sie hat federführend das Exponat „Die Kraft der Erwartung“ konzipiert und gestaltet.

Sven Benson ist Psychologe und leitet das Institut für Didaktik in der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Als ehemaliger Krankenpfleger findet er spannend, wie Kommunikation mit Patientinnen und Patienten Erwartungen und Therapieerfolge beeinflusst. Dazu forscht er als Projektleiter im SFB "Treatment Expectation".

Exponat 21 - Burger-Check - Was isst du am liebsten?

Copyright: privat

Ute Gomm ist Diplom-Oecotrophologin und arbeitet als Wissenschaftsredakteurin beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in Bonn im Fachreferat „Ernährung und Klima“. Zu ihren Aufgaben gehört es, aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse über Gesundheits- und Umweltauswirkungen beim Essen auszuwerten und zielgruppengerecht zu kommunizieren.

Exponat 26 - Deine Gesundheit ist ein Puzzle - Aus Daten wird Wissen

Prof. Dr. Juliane Fluck beschäftigt sich mit der Frage, wie Wissen aus Medizin und Lebenswissenschaften besser zugänglich und nutzbar werden. Sie leitet den Programmbereich Wissensmanagement bei ZB MED – dem Informationszentrum Lebenswissenschaften und ist Professorin für Informationsmanagement der Universität Bonn. Als Co-Sprecherin von NFDI4Health setzt sie sich dafür ein, Daten aus der Gesundheitsforschung besser verfügbar, sichtbar und effizient nutzbar zu machen - als Grundlage für neue Erkenntnisse und eine bessere Gesundheitsversorgung. Dabei geht es ihr nicht nur um Technik, sondern auch um verantwortungsvolle Nutzung und transparente Strukturen.

Ausstellende

  • Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)

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  • Center for Translational Neuro- and Behavioral Sciences (C-TNBS), Universitätsmedizin Essen

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  • Hochschule Osnabrück, Institut für angewandte Physiotherapie, INAP/O &

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  • Nationale Forschungsdateninfrastruktur für personenbezogene Gesundheitsdaten (NFDI4Health)

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  • Sonderforschungsbereich SFB/TRR 289 „Treatment Expectation“, Universität Duisburg-Essen

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