Dialog an Deck: Medizin für alle? Wie Geschlecht Forschung und Versorgung prägt

Warum werden Krankheiten bei Frauen oft später erkannt? Weshalb orientieren sich Forschung, Diagnostik und Therapien noch immer häufig an einem männlichen Standard? Obwohl geschlechtsspezifische Unterschiede bei vielen Erkrankungen bekannt sind, werden sie in Forschung und medizinischer Praxis noch immer nicht ausreichend berücksichtigt. Die Folgen reichen von Fehldiagnosen und verspäteten Behandlungen bis hin zu Versorgungslücken. Gemeinsam diskutieren die Medizinerinnen Anke Hinney und Andrea Kindler-Röhrborn sowie die Autorin und Endometriose-Betroffene Lena Düsterhus die Ursachen und Auswirkungen des Gender-Data-Gap in der medizinischen Forschung und Gesundheitsversorgung. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Erkenntnisse, bestehende Herausforderungen und die Frage, wie eine geschlechtersensible Medizin zu einer gerechteren und wirksameren Versorgung für alle beitragen kann.

Der Eintritt ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Einlass ist ab 18 Uhr.

Gemeinsam werfen die Expert*innen einen transdisziplinären Blick auf die Thematik und laden zum offenen Austausch ein. Mit dabei sind:

Andrea Kindler-Röhrborn studierte Medizin in Münster und Göttingen. Ihr Hauptinteresse besteht in der genetischen und pathophysiologischen Basis von Geschlechterunterschieden bei der Krebsentstehung. Sie forscht im Institut für Geschlechtersensible Medizin des Uniklinikums Essen; das sie gemeinsam mit Prof. Anke Hinney gegründet hat. Darüber hinaus engagiert sie sich bei der Implementierung des biologischen (Sex) und soziokulturellen (Gender) Geschlechts in das medizinische Curriculum im Universitätsklinikum Essen durch entsprechende Workshops und Seminare und ist Mitglied im Essener Kolleg für Geschlechterforschung.

Copyright: Andrea Kindler-Röhrborn
Copyright: Marie-Christine Sassenberg, Dekanat

Prof. Dr. rer. nat. Anke Hinney forscht seit gut 30 Jahren zu genetischen Mechanismen der Gewichtsregulation und bei psychischen Erkrankungen, insbesondere bei Essstörungen. Dabei stehen seit einem guten Jahrzehnt geschlechtsspezifische Aspekte im Vordergrund. Sie ist geschäftsführende Direktorin des von ihr mitgegründeten Instituts für Geschlechtersensible Medizin und Prodekanin für akademische Karriereentwicklung und Diversität an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Sie leitet zudem die Sektion für Molekulargenetik Psychischer Störungen an der LVR-Universitätsklinik Essen.

Lena Düsterhus Autorin und Endometriose-Betroffene

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