Filmvorführung und Gespräch: „Romys Salon“ – Wenn Demenz Familien verändert

Die Veranstaltung findet im Kino Gloria & Gloriette in der Hauptstraße 146 in Heidelberg statt.

Der Film „Romys Salon“ (2019) erzählt einfühlsam die Geschichte der zehnjährigen Romy, die viel Zeit im Friseursalon ihrer Großmutter verbringt. Zwischen Alltag, Fürsorge und zunehmender Vergesslichkeit entsteht eine besondere Beziehung über Generationen hinweg, die von Nähe, Verantwortung und liebevollem Zusammenhalt geprägt ist. Der Film zeigt eindrücklich, wie sich Demenz auf das familiäre Leben auswirkt – und zugleich, wie Beziehungen trotz Krankheit tragen und Identität bewahren können.

Im Anschluss an die Filmvorführung diskutieren wir gemeinsam mit dem Neurowissenschaftler Prof. Dr. Hilmar Bading (Interdisziplinäre Zentrum für Neurowissenschaften, Universität Heidelberg) und der Altersforscherin Maike Bulian (Netzwerk Alternsforschung, Universität Heidelberg) über Demenz und das Altern in einer alternden Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Generationenbeziehungen, Liebe und familiärem Zusammenhalt ebenso wie nach Krankheit, Identität und Würde im Alter. Darüber hinaus wird diskutiert, welche Rolle Prävention und aktuelle Demenzforschung spielen, wie neue Therapieansätze entstehen und welche Potenziale KI-gestützte oder digitale Erinnerungshilfen bieten können.

Gemeinsam wollen wir beleuchten, wie Autonomie und Fürsorge im Alltag miteinander vereinbar sind, welche Bedeutung soziale Unterstützung – in Familie wie Gesellschaft – hat und wie Forschung und technologische Innovationen dazu beitragen können, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Mit dabei sind:

Copyright: Dr. Birgit Teichmann.

Maike Bulian ist Psychologische Psychotherapeutin mit Spezialisierung auf Alterspsychotherapie. Klinische Erfahrung sammelt sie unter anderem in einer geriatrischen Reha-Klinik sowie in der Gedächtnisambulanz und der Spezialambulanz „Psychotherapie im Alter“ am ZI Mannheim. Gegenwärtig promoviert sie im Rahmen des Projekts „TRIALOG-Demenz“ am Netzwerk für Alternsforschung (NAR), in welchem ein Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen entwickelt wird. Ziel ist es, die Lebensqualität aller Beteiligten zu steigern und ein Angebot „auf Augenhöhe“ zu gestalten.

Prof. Dr. Hilmar Bading ist Neurobiologe und seit 2001 Professor für Neurobiologie sowie Direktor des Instituts für Neurobiologie der Universität Heidelberg. Seit 2006 ist er Vorsitzender des Direktoriums des Interdisziplinären Zentrums für Neurowissenschaften (IZN) und seit 2023 Mitglied des Direktoriums des Netzwerks Alternsforschung (NAR). Nach dem Medizinstudium und der Promotion in Heidelberg forschte er am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin, an der Harvard Medical School in Boston (USA) sowie als Gruppenleiter am MRC Laboratory of Molecular Biology in Cambridge (UK).

Im Mittelpunkt seiner Forschung stehen die molekularen Grundlagen von Lernen, Gedächtnis und Nervenzellschutz sowie die Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer, Huntington oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Hilmar Bading konnte zeigen, dass Gehirnaktivität den Tod von Nervenzellen verhindern kann, und entdeckte zentrale Signalwege, die Nervenzellen schützen oder schädigen. Seine Arbeiten führten zur Identifizierung eines krankheitsrelevanten Signalnetzwerks aus extrasynaptischen NMDA Rezeptoren und dem Ionenkanal TRPM4, das an neurodegenerativen Prozessen beteiligt ist.

Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelte er neuartige neuroprotektive Wirkstoffkonzepte, die das Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen bremsen sollen. Neben seiner akademischen Tätigkeit gründete er die Stiftung BrainAid sowie das Biotechnologieunternehmen FundaMental Pharma, das innovative Therapien für Erkrankungen des Nervensystems entwickelt. Hilmar Bading ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Copyright: Universität Heidelberg

Die Veranstaltung ist kostenlos und findet im Kino Gloria & Gloriette in der Hauptstraße 146 in Heidelberg statt.

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