Schiff

Vom Frachter zum Ausstellungsschiff

Einst war sie ein Gütermotorschiff, das Frachtgut über europäische Wasserstraßen transportiert. Dem findigen Eigner- und Kapitänsehepaar Scheubner verdankt sie, dass sie nun als Ausstellungs- und Eventschiff unterwegs ist. 

Die MS Jenny, so heißt das Schiff, wenn es nicht im Namen der Wissenschaft fährt, wurde 1969 als MS VERA auf der Elfring-Werft in Haren (Ems) gebaut. Nach einem Verkauf in die Niederlande gelangte es im Jahr 1987 in den Besitz des Ehepaares Scheubner. 

Das Schiff hat eine Länge von 102 Metern und eine Ladefläche von rund 550 Quadratmetern. 

Als Güterschiff hat die MS Jenny eine Ladekapazität von 1.919 Tonnen. Das entspricht ungefähr der Ladekapazität von ca. 76 LKW. 

Angetrieben wird die MS Jenny von einem Sechszylinder-MWM-Motor, der eine Leistung von 1.100 PS zustande bringt. Unerlässlich für die Passage niedriger Brücken ist das in der Höhe verstellbare Steuerhaus.

Rund 50 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern kann die MS Jenny in Deutschland anfahren – und dort oft in unmittelbarer Nähe zu den Stadtzentren anlegen. So kann das Schiff als mobiler Veranstaltungsort eine Ausstellung von Ort zu Ort zu den Menschen bringen, ohne Auf- und Abbau oder Anpassungen an die Gegebenheiten des jeweiligen Ausstellungsortes.  

Für das Konzept eines Ausstellungs- und Eventschiffs wurde die MS Wissenschaft im Jahr 2010 als ausgewählter Ort im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet.  „Das Ehepaar Scheubner hat die Chance genutzt, Gewohntes zu überdenken und neue Wege mit der MS Jenny als Ausstellungs- und Eventschiff einzuschlagen“, heißt es in der Begründung.

Alle Fans der Binnenschifffahrt finden hier die technischen Daten der MS Wissenschaft:

  • Baujahr: 1969 als MS „VERA“ Bauwerft  Elfring Haren/Ems, 1987 als MS „Jenny“ 
  • Länge: 102 m 
  • Breite: 9,50 m 
  • Tiefgang: 2,86 m 
  • Gesamttonnage: 1.919 to (entspricht einer Ladekapazität von 76 LKWs) 
  • Containerladekapazität: 72 TEU 
  • Motor: MWM TBD 484-6 U, 6 Zylinder, 375 U/min. 
  • Stärke: 809 kW = 1.100 PS 
  • Bugstrahl-Ruder: Verhaar Omega-Jet 350 PS 
  • Radar vorne: Furuno RH RS 2002 R
  • Radar hinten: Swiss JFS 364 C 
  • Satellitennavigation: Radarpilot 720°

Die MS Wissenschaft nutzt für die Dieselmotoren und -aggregate GtL-Treibstoff - als erstes (und bis jetzt einziges) Schiff in Deutschland. GtL-Treibstoff besitzt physikalische Eigenschaften, die im Großen und Ganzen denjenigen von herkömmlichem Dieselkraftstoff entsprechen. Allerdings ist die Umweltverträglichkeit von GtL-Kraftstoffen wesentlich besser: Sie sind schwefelfrei und enthalten weder organischen Stickstoff noch aromatische Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Letzteres führt auch zu einem wesentlich geringeren Ruß-Ausstoß. Zudem sind sie so gut wie geruchsneutral. Gleichzeitig sind die Effizienzwerte des Treibstoffes sehr gut. Der Treibstoff wird aus Erdgas hergestellt, daher leitet sich auch die Abkürzung GtL ab: Gas to Liquid.

Für den Großteil der Stromerzeugung wird ein Diesel-Aggregat eingesetzt, das der neuesten (in Deutschland noch nicht verpflichtend eingeführten) Abgasnorm Stufe III entspricht. Zudem ist das Gerät mit einem Schallpegel von max. 55 dbA deutlich leiser als herkömmliche Generatoren. Die elektronische Drehzahlregelung liefert eine gleichmäßige Leistung von 50 Hz.