Kunstwettbewerb

Endpunkt Europa, Visualisierung  - Nord (Felix Kiessling)


„Meere und Ozeane“

Wettbewerb an der Schnittstelle zwischen  Kunst und Wissenschaft:
Der Gewinner steht fest

Bei dem Wettbewerb im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 wurden künstlerische Arbeiten gesucht, die an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst aktuelle Forschungsfragen, wichtige Entdeckungen oder historische Aspekte rund um Meere und Ozeane aufgreifen. Unter 178 Einreichungen wählte die fünfköpfige Jury die Arbeit „Endpunkt Europa“ von Felix Kiessling aus.

Endpunkt Europa. Visualierung, Felix KiesslingIn seiner Arbeit beschäftigt sich Felix Kiessling mit der Frage, was genau eine Küste ist. Als Schnittstelle zwischen Land und Meer ist sie beides zugleich, eine exakte Grenze ist nicht sichtbar. Die Bestimmung eines Punktes oder einer Länge ist immer abhängig von der Feinheit der Messung. Eine feinere Messung führt zu einer größeren Küstenlänge, weil mehr Details in Betracht gezogen werden. Der Künstler begibt sich mit in seiner Arbeit auf die Suche nach den äußersten Punkten Europas. Er legt einen Zipfel Küste fest, entnimmt ein Sandkorn und definiert es als vermeintlich nördlichstes und südlichstes Ende Europas. Die Suche nach dem Ende geht weiter: Das Sandkorn wird mit einem Elektronenmikroskop untersucht. In der Kleinheit seiner Struktur nähern wir uns seinem äußersten Endpunkt weiter an. Felix Kiessling ermöglicht es dem Betrachter einen Punkt zu bereisen, den es eigentlich nicht gibt.

Felix Kiessling (*1980) lebt und arbeitet in Berlin. 2014 hat er als Meisterschüler bei Olafur Eliasson am Institut für Raumexperimente und der Universität der Künste Berlin sein Studium abgeschlossen. In seinen konzeptuellen, oft wissenschaftlichen Arbeiten, hinterfragt der Künstler die Grenzen und Parameter der menschlichen Wahrnehmung. Präzision und Skalierung sind grundlegend für die Arbeiten von Felix Kiessling. Die Weltmeere faszinieren die Menschheit seit jeher: Unzählige mystische Geschichten ranken sich um unsere Ozeane, die ersten Entdecker- und Forscherreisen beeindrucken uns noch heute. Auch in der aktuellen Meeresforschung findet sich noch immer diese ursprüngliche Faszination.

Das Kunstwerk "Endpunkt Europa" wird während der gesamten Tour von April bis Oktober 2017 auf der MS Wissenschaft "Meere und Ozeane" mitreisen.

Das Bild zeigt eine Visualisierung des nördlichsten und südlichsten Punkts Kontinentaleuropas, Kinnarodden in Norwegen und Tarifa in Spanien.

Pressemitteilung zum Wettbewerb hier

Ausschreibungsunterlagen zum Wettbewerb ​ hier


English version

"Seas and Oceans"

Art competition at the interface of art and science: The winner is selected

The winner of the art competition “Oceans and Seas” will be part of the hands-on exhibition on board the science ship MS Wissenschaft when she starts her annual journey on the 24th April in Bonn. The art competition, bearing a prize of 6000 Euro, sought artworks exploring the borders between science and art, current research, important discoveries and the history of our seas and oceans. The five-person jury had 178 artworks to choose from and has selected “Endpunkt Europa” (Europe´s outermost edge) by Felix Kiessling.

“What exactly is a coastline?” asks Felix Kiessling in his work. As the boundary between land and water, it is both of these at the same time – the exact border between the two is hard to define. Whether you are defining a location or measuring a distance, the results you come up with always depend on the accuracy of your measurement. A more accurate measurement will make a coastline look longer, because more details will be taken into account. In this work the artist is looking for the outer limits of Europe. He will choose a point on the coast and take one grain of sand, defining it as the northernmost or southernmost point of Europe. And his search for extremities doesn't stop there: he will examine the grain of sand with an electron microscope. In its tiny structure we come even closer to Europe's furthest extremity. Felix Kiessling makes it possible for the viewer to travel to a point that doesn't really exist.

Felix Kiessling (*1980) lives and works in Berlin. He completed his studies at the Institut für Raumexperimente at Berlin University of the Arts as a Meisterschüler under Olafur Eliasson in 2014. The artist explores the parameters and boundaries of human perception in his conceptual and often scientific works. Precision and scale are fundamental to all Felix Kiessling's works.

The artwork will be on board the MS Wissenschaft during the whole journey.

The picture shows a visualization of the northernmost and southernmost point of continental Europe, Kinnarodden in Norway and Tarifa in Spain.

Link to press release  here

Link to call for competition here.